Political correctness   2 comments

Fortsetzung von:

Politische Korrektheit

Political correctness

Manchmal wird der englische Begriff im Deutschen mit Politische Korrektheit wiedergegeben.
Der Begriff „Political correctness“ ist jedoch so ur-amerikanisch, dass er nicht übersetzt werden sollte.

Political correctness (Abkürzung: PC) meint im allgemeinen die Anbiederung des Sprachgebrauchs an die jeweilig aktuelle Ausrichtung des gerade vorherrschenden (politischen) Zeitgeistes, indem sie die Meinungshoheit ausschließlich für sich beansprucht. Die Anhänger und Nacheiferer verstehen sich selbst immer als die Vertreter einer „politisch korrekten“ Sprache im Sinne der Opportunität und somit zugleich als vorgeblich moralische Instanz.

Abweichende Meinungen können mittels der PC verächtlich gemacht und gegen Andersdenkende repressiv vorgegangen werden. Kritikern kann so die berufliche und wirtschaftliche Existenz zerstört werden. Die Political correctness geht fließend in strafrechtlich relevante Meinungsverbote und Zensur über. Das geht soweit, dass eine falsche Meinungsäußerung härter bestraft werden kann, als eine schwere Körperverletzung oder sogar die Tötung eines Menschen.
PC = Öffentlich, diffamierende Zurschaustellung – entsprechend Inopportunität – bis zur physischen Vernichtung des Individuums



Zitate:

«Die PC ist unbarmherzig dichotomisch: Was nicht politisch korrekt ist, ist eben unkorrekt. Grauzonen des Zweifels räumt sie nicht ein, Zickzackprofile gehen über ihren Horizont: Wer das Lager der PC in einem Punkt verlässt, wird sofort in das des Feindes eingewiesen. Sie ist zudem durch und durch moralisch: Das Inkorrekte ist nicht nur falsch, es ist böse.» –

[Dieter E. Zimmer – deutscher Journalist, Autor, Übersetzer und Publizist.]

«Das vorläufige Endprodukt von 200 Jahren Emanzipation ist der Gutmensch. Er ist Nietzsches blinzelnder letzter Mensch. Anders als ein Gläubiger, der sich zu seinem Glauben bewusst bekennt, ist er als Ungläubiger Sklave seines Glaubens. Seiner Ersatzreligionen sind viele: Feminismus, Pazifismus, Klimaschutz, Antispeziesismus, Konsumismus – und über allem thronend die Political Correctness.» –

[Thomas Fink – Jahrgang 1954, Publizist.]

Historie:
Grundsätzlich wurde alles, was von der Norm abwich, also als „unnormal“ erschien, als Frevel und Gefahr für die Gemeinschaft eingestuft. Die Puritaner legten und legen ungemein hohe moralische und ethische Ansprüche bei den Gemeindemitgliedern, aber auch an jeden anderen (Fremden) an. Diesen Frevel galt es dann schnell zu bekämpfen. Und es wurden in Folge in inquisitorischer Weise „Unnormale“ ausgegrenzt, gefoltert, verbrannt, ermordet. Auch die Legitimation des Völkermordes an den Indianern beruht auf dieser Geisteshaltung. In unserer heutigen Gesellschaft wurde dieses Prinzip der unduldsamen Verfolgung anderer moralischer und ethischer Werte dann political correctness genannt. Es ist ganz typisch für den Neusprech, eine Begriffsbenennung zu wählen, gegen die im Grunde genommen überhaupt nichts einzuwenden ist. Der Haken liegt nicht in der Definition des Begriffes, sondern in seiner Auslegung. Die Political correctness ist die populistische Form dessen, was der „Normalbürger“ als moralisch richtig erkennen soll. Jede Abweichung wird dann in ähnlicher Weise verfolgt wie vor 200 Jahren.

Political correctness in Gemany (SY) CBNNews


Political correctness 1v4 (SY)

Political correctness 2v4 (SY)

Political correctness 3v4 (SY)

Political correctness 4v4 (SY)

Unser Lehrer Dr Specht zu – Political correctnesss [Neger] (SY)

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Unser Lehrer Dr Specht zu – Political correctnesss [Rotkäppchen] (SY)

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Political correctness – Dieter Nuhr (SY)

http://www.stupidedia.org/stupi/Politische_Korrektheit

Was ist in dieser Gesellschaft eigentlich los?

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Gruß Sabine

2 Antworten zu “Political correctness

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  1. .

    .

    Gruß Sabine

  2. In den Niederungen politischer Korrektheit:

    Der Thienemann-Verlag streicht diskriminierende Begriffe aus den Kinderbuchklassikern des kürzlich verstorbenen Otfried Preussler.

    Auch in den Neuausgaben Astrid Lindgrens wurde Pipis Vater vom „Negerkönig“ zum Südseeherrscher. Ein Streifzug durch Bücher meiner Kindheit und die Niederungen der politischen Korrektheit.

    Und auch im Globibuch treiben Neger ihr Unwesen. Damit soll nun Schluss sein. Kinderbuchklassiker, welche tausende Kinder und viele Generationen junger Menschen begleitet haben wie „Die kleine Hexe“ werden künftig ohne Begriffe wie „Negerlein“ und „Neger“ erscheinen.

    Wer „wichst“ heute noch die Schuhe? Im Zuge der Prüfung missverständlicher Begriffe in den Kinderbuchklassikern Otfried Preußlers will der Thienemann Verlag nach „Neger“ ein weiteres Wort aus „Die kleine Hexe“ und „Räuber Hotzenplotz“ beseitigen. Der Verlag streicht „wichsen“ aus dem Kinderbuch „Die kleine Hexe“

    „Wir werden alle unsere Klassiker durchforsten“ kündigen die Verlage an.
    Die umstrittenen Wörter würden dabei nicht ersetzt, sondern ganz gestrichen, es sei notwendig, Bücher an den sprachlichen und politischen Wandel anzupassen. Auch Erwachsenen wird kein eigenständiges Urteil zugetraut: So wird zum Beispiel auch Agatha Christies Krimi “Zehn kleine Negerlein” umgetauft.

    Und so gibt es keine Neger mehr und ganz politisch korrekt isst meine Tochter auch keine Negerküsse mehr sondern „Waffelgestützten Eiweissschaum mit Schokoladenüberzug“.

    In der Schule spielt man sodann nicht mehr „Wer hat Angst vor dem schwarzen Mann?“. Denn die Rassismuskommission EKR fordert Schulen auf, das Spiel abzuschaffen und stattdessen Rassismus und seine Auswirkungen zu thematisieren.

    Wie nenne ich einen Zigeuner richtig?
    Die Hauptfigur aus einem anderen Buch klaut gewohnheitsmässig. Es ist ein Zigeuner. Ich ahne, dass ich nur schon mit dem Wort Zigeuner etwas falsch mache. Und richtig: Der „Zentralrat Deutscher Sinti und Roma“ findet es beleidigend, wenn man von Zigeunern spricht, deshalb hat sich in Deutschland im offiziellen Sprachgebrauch „Sinti und Roma“ eingebürgert. Oder man nennt die Zigeuner Fahrende, Romanés oder schlicht MEM (mobile ethnische Minderheit).

    Das Vorlesen wird damit für die Kinder etwas anstrengend: „Der Rom/Sint/Manouche/Gitan/Kalé/Fahrende/Romané/Gadschao/MEM brät einen Igel.“ muss es neu und korrekt heissen.

    Meine Tochter kriegt ihr nicht!

    Die politisch korrekte Zensur von Begriffen hat System. Schon George Orwell beschrieb in seinem Klassiker “1984“ die vom herrschenden Regime vorgeschriebene, künstlich veränderte Sprache. Das Ziel dieser Sprachpolitik war es, das Denken zu manipulieren. Ganz ähnlich tönt es heute: „Sprache bildet Realität nicht nur ab, sie schafft sie auch“. Wenn aber staatliche Stellen Sprachpolizei spielen, um das Denken unserer Kinder zu manipulieren, dann muss ich sagen: Nein, meine Kinder
    kriegt ihr nicht! Und als Protest lese ich den Kindern diese Geschichten auch weiterhin in der unzensierten Fassung vor.

    https://sabnsn.wordpress.com/2013/01/19/politische-korrektheit/comment-page-1/#comment-312

    .

    Gruß Sabine

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