Berlin soll bis 2030 autofrei werden . . .   Leave a comment

Es gibt ihn noch, den Hauptstadt-Trend zum Auto: Auf 1000 Einwohner kommen 342 Autos. Tendenz: steigend!

Einige träumen dennoch von der autofreien Innenstadt. „Perspektivisch müssen wir uns vielleicht überhaupt vom motorisierten Individualverkehr verabschieden“, sagte Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (56, Grüne) kürzlich. Der erste Schritt: „Schnellstmöglich weg vom Verbrennungsmotor, vor allem im Pkw-Bereich.“

Konkret hat die Berliner Grünen-Fraktion als Ziel schon eine „Null-Emissions-Zone“ beschlossen. Benziner und Diesel sollen ab 2030 nicht mehr in die Innenstadt einfahren dürfen.

Bis dahin wird das Autofahren immer unattraktiver: mehr Tempo 30, mehr & teurere Parkzonen, Friedrichstraße und Tauentzien temporär autofrei, City-Maut in der nächsten Wahlperiode.

Die Vision einer autofreien Berliner Innenstadt übersieht aus Sicht der Industrie- und Handelskammer (IHK):

► Weniger privater KFZ-Verkehr setzt einen massiven Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs voraus. Wer aus dem Brandenburger Umland oder den Berliner Außenbezirken täglich in die Stadt zur Arbeit fahren muss, braucht eine vernünftige Alternative zum privaten Auto.

► Der Wirtschaftsverkehr zur Ver- und Entsorgung ist ohne Kfz, Last- oder Lieferwagen kaum denkbar.

IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder (56): „Angesichts der realen Probleme hinsichtlich Sicherheit, Immissionsschutz, Mobilität und Flächenkonkurrenz sind realistische Maßnahmen und umsetzbare Konzepte das Gebot der Stunde. Es hilft nicht, ferne Visionen herauf zu beschwören, wenn nicht einmal aktuelle Verkehrsdaten und -prognosen veröffentlicht sind.“

Der Kampf der Grünen gegen das Auto wird zur Gefahr für Berlin

Die Partei hat beschlossen, dass ab 2030 innerhalb des S-Bahnringes Autos mit Verbrennungsmotor nicht mehr fahren dürfen. Gegen diesen Beschluss gibt es viel zu wenig Protest, meint Gunnar Schupelius.

Die Berliner Grünen haben einen folgenschweren Beschluss gefasst: Ab 2030 soll innerhalb des S-Bahnrings kein Auto mehr fahren dürfen, das mit einem Verbrennungsmotor (Diesel/Benziner) angetrieben wird. Nur Elektroautos sollen dann noch zugelassen sein.

Dieser Beschluss ist radikal und stellt alles auf den Kopf. Dennoch blieb die öffentliche Empörung aus. Nimmt man ihn nicht ernst? Das wäre ein Fehler, denn die grüne Verkehrssenatorin Regine Günther hat ja bereits angekündigt, dass sie das Auto am liebsten abschaffen würde.

Oder traut man den Grünen nicht zu, dass sie das Autoverbot durchsetzen? Das wäre ebenfalls weit gefehlt. Denn in den Umfragen sind sie seit Ende 2018 stärkste politische Kraft in Berlin und liegen derzeit bei 25 Prozent, weit vor SPD, CDU und Linken. Wenn der Trend anhält, wofür einiges spricht, werden sie 2021 den Regierenden Bürgermeister stellen.

Im Bewusstsein dieser Kraft und Stärke reisten sie nach Prag. Geschichtsbewusst stellten sich die beiden Führungsfrauen Ramona Pop (Wirtschaftssenatorin) und Antje Kapek (Fraktionschefin) auf den Balkon der deutschen Botschaft.

Von diesem Balkon aus hatte 1989 der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher (1927-2016) den ostdeutschen Flüchtlingen im Botschaftsgarten versprochen, dass sie in die Bundesrepublik ausreisen dürfen. Jetzt stand dort der gegenwärtige Botschafter Christoph Israng und lächelte den grünen Damen zu.

Die zogen weiter ins Konferenzzentrum „Saphire“ und sprachen nur noch über das Klima. Dabei wurde das Autoverbot beschlossen. Gleichzeitig gründete sich die Initiative „Autofrei Berlin“, die am Sonnabend die Sonnenallee lahmlegen will. Deren Sprecher Oliver Schönbett sagte zum Autoverbot 2030: „Ich würde mir wünschen, dass es noch schneller geht. 2025 würde ich gut finden.“

Was würde der Beschluss der Grünen bedeuten? In Berlin sind aktuell 1,21 Millionen Autos mit Verbrennungsmotor zugelassen, nur 2713 fahren elektrisch, das sind etwa 0,2 Prozent. Von den Elektroautos sind mehr als 70 Prozent Firmenwagen und Carsharing-Autos. Elektroautos in den privaten Haushalten gibt es fast gar nicht.

Wird sich das ändern? Nein, wahrscheinlich nicht. Denn Elektroautos sind teurer als andere, die Reichweite ist gering. Steckdosen zum Aufladen der Batterien sucht man in den Straßen und Tiefgaragen vergeblich.

Die Grünen wissen das, beschlossen aber dennoch, den Berlinern das Auto praktisch stillzulegen. Auch die Wirtschaft käme zum Erliegen, wenn innerhalb des S-Bahnringes nur noch Elektroautos fahren dürften.

Die Grünen fuhren in bester Laune nach Prag und zurück. Feucht-fröhlich trafen sie eine Entscheidung, die bitterer Ernst werden könnte. Der Regierende Bürgermeister müsste sich einschalten, denn jetzt geht es um Wirtschaft und Arbeit.

Den ganz normalen Leuten wird die Grundlage entzogen, denn das Elektroauto ist zu teuer. Es hat im übrigen auch keine bessere Öko-Bilanz als ein moderner Diesel. Das alles ist den Grünen offensichtlich egal.

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glG

Veröffentlicht 25. November 2019 von sabnsn in Deutschland, Politik

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