Notstand   2 comments

eingestellt von Babette

Das Europa-Parlament hat es wirklich getan: Mit breiter Mehrheit verabschiedeten die Politiker eine Resolution, die den „Klima- und Umwelt-Notstand“ erklärt. EU-Kommission, Mitgliedstaaten und sich selbst ruft das Parlament auf, „umgehend“ entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Dem deutschen Vorreiter der neuen Notstands-Bewegung, der Stadt Konstanz, mag man derlei Polit-Klamauk nachsehen: Von der Bodenseestadt, wo seit Juni „jede Entscheidung, die im Gemeinderat getroffen wird, auf ihre Klimarelevanz“ zu prüfen ist, erwartet niemand substanzielle Beiträge zur Rettung des Weltklimas. Das hingegen können die Europaabgeordneten, die 500 Millionen Menschen politisch vertreten, kaum von sich behaupten.

Grundrechte, Gewaltenteilung, die ordentliche parlamentarische Entscheidungsfindung: Was immer schnellen, lösungsorientierten Maßnahmen im Weg steht, wird in einem Notstand nach Bedarf übergangen, der guten Sache wegen. Und wenn politische Mehrheiten nicht oder nicht schnell genug gefunden werden können, dann sind eben die Mitwirkungsrechte hintanzustellen.

„Notstand“, das schließt auch ein, dass eine Sache unbedingte Priorität eingeräumt bekommt. Wohnen mag in der Tat die vielbeschworene „neue soziale Frage“ sein; die Integration von Flüchtlingen mag entscheidend sein für die künftige soziale Kohäsion der betroffenen europäischen Nationalstaaten; die demografische Alterung schließlich mag eine nie dagewesene Belastungsprobe für Politik und Wirtschaft werden.

Doch alle diese Themen müssen, folgt man dem Beschluss des Europaparlaments, immer und überall hinter dem Kampf gegen die Erderwärmung zurückstehen.

Wie bizarr das wird, wenn man es zu Ende denkt, wird spätestens beim Thema Digitalisierung klar. Wie Europa die digitale Revolution meistert, entscheidet darüber, wie vielen Menschen der Job unter dem Allerwertesten wegautomatisiert wird, es entscheidet darüber, ob die Europäer bei den Informationstechnologien wieder Anschluss an Amerikaner und Chinesen finden; und es entscheidet damit letztlich auch darüber, ob Europa überhaupt weiterhin die wirtschaftliche Potenz besitzen wird, wirksamen Klimaschutz zu betreiben.

Es ist, als würden die Sanitäter vor lauter Panik in der Rettungsambulanz das Nachtanken vergessen. Zumal diese Fahrt ja, anders als bei einem gewöhnlichen Notfall, auf unabsehbare Zeit weitergehen wird. Der Ausnahmezustand wird zum „new normal“.


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https://sabnsn.wordpress.com/2019/11/19/wie-die-kinder-der-apokalypse-ticken/


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https://sabnsn.wordpress.com/2019/11/14/aufhoeren-es-reicht-klimahysterie/


lG Babette

Veröffentlicht 28. November 2019 von sabnsn in Deutschland, Politik

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2 Antworten zu “Notstand

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  1. Viele afrikanische Politiker lehnen Geburtenkontrolle als „rassistisch“ oder „imperialistisch“ ab. Sie kämpfen gegen Pille, Kondom und Spirale. Damit inszenieren sie sich als Kämpfer für die afrikanische Sache. Denn, so ihre Botschaft, viele Kinder zu haben sei afrikanisch. Wenige Kinder dagegen europäisch. Und überhaupt würden die Europäer ja sehen, was sie davon haben – nämlich eine schrumpfende Bevölkerung. Afrikanische Staatschefs zeigen mit Kindern ihre Macht, wohl auch ihre Manneskraft: Der König von Swasiland, einem der ärmsten Länder der Welt, hat 30 Kinder. Selbst im Vorzeigeland Südafrika bringt es der ehemalige Präsident Jacob Zuma auf 23 Kinder.

    Trotzdem kommt in den „10 Thesen für einen Marshallplan mit Afrika“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit das Wort Geburtenkontrolle nicht einmal vor. Von den 10,2 Milliarden Euro Entwicklungsgeldern (2019) gehen gerade einmal 200 Millionen in Afrikas drängendstes Problem, also läppische zwei Prozent. Bevölkerungswachstum ist nicht per se schlecht, solange es genügend zu essen gibt und genügend Ärzte, Schulen und Arbeit. Wenn aber nicht, dann erhöhen viele Kinder den Druck auf die wenigen informellen Arbeitsplätze als Wachmann, Putzfrau oder Orangenhändler. Für viele bleibt nur, sich zu prostituieren, ins Drogengeschäft einzusteigen oder für eine Terrorgruppe zu arbeiten.

    Die Argumente für mehr Geburtenkontrolle sind klar: Frauen müssen ihr Leben gestalten können. Es gehört zu ihrer Freiheit und Würde, nicht gebären zu müssen, wenn sie nicht wollen. Wenn Mädchen und Frauen kontrollieren können, ob und wann (und von wem) sie schwanger werden, werden sie und ihre Kinder gesünder sein. Das entlastet die ohnehin völlig überforderten Gesundheitssysteme. Mit Verhütungsmitteln kontrolliert man auch den Zeitpunkt der Schwangerschaft. So können Frauen verhindern, während einer Krankheit oder einer Dürre schwanger zu werden. Oder während einer Ausbildung, die ihnen ermöglicht, einen Beruf zu lernen, Geld zu verdienen und langfristig zur Volkswirtschaft beizutragen. Manche sagen, Frauen in Entwicklungsländern würden sowieso disziplinierter arbeiten als Männer. Weniger Verteilungskampf bedeutet auch weniger Aggression – und weniger Kämpfer für Boko Haram und al-Shabaab. Natürlich ist der Kampf gegen den Terror nicht allein ein Kampf gegen die Armut. Aber die Terrorcamps dürfen nicht der einzige Ort sein, an dem ein junger Mann (oder eine Frau) etwas lernt.

    In vielen afrikanischen Ländern ist der Einfluss der Kirche groß, was für die Geburtenkontrolle nicht hilfreich ist. Aber es gibt verwandte Themen, bei denen man die Bischöfe um Unterstützung bitten könnte: zum Beispiel die Bekämpfung von Kinderehen, sexueller Gewalt und Polygamie. Letztere zielt unter anderem darauf, dass ein Mann viel mehr Kinder zeugt, als eine Ehefrau gebären könnte.

    Was man tun kann, ist relativ leicht zu beschreiben: Stellen wir Dreimonatsspritzen zur Verhütung kostenlos zur Verfügung und knüpfen wir Hilfsgelder an entsprechende Ziele. Bauen wir gynäkologische Abteilungen auf, die Frauen über die Möglichkeiten der Verhütung aufklären. Bieten wir Lehrstühle für Verhütungsforschung und Geburtenkontrolle an. Bilden wir Erzieher und Lehrerinnen im Fach Gesundheit und Empfängnisverhütung aus – für Jungen wie für Mädchen. Suchen wir uns Partner in Ländern mit Erfolg versprechender Bevölkerungspolitik wie Ruanda, Botswana, Äthiopien. Um die Akzeptanz zu erhöhen, käme für muslimische Länder Tunesien infrage. Aber vor allem: Hören wir endlich auf, uns Afrika schönzureden. Wer das tut, ist kein Freund Afrikas. Er ist jedenfalls ein Feind der afrikanischen Mädchen und Frauen, die auf ein besseres Leben hoffen.




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    https://sabnsn.wordpress.com/2018/10/17/afrika-ist-das-problem/

    https://sabnsn.wordpress.com/2018/09/23/eurafrika-europas-zukunft/

    https://sabnsn.wordpress.com/2018/02/17/afrika-europa-deutschland/

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    https://sabnsn.wordpress.com/2019/11/02/irrsinn-energiewende/


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    lG Babette

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