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Corona-Krise   1 comment

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Veröffentlicht 29. März 2020 von sabnsn in Deutschland, Politik, Zurschaustellung

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Corona und Korea   Leave a comment

Südkorea gilt weltweit als erfolgreiches Beispiel dafür, wie man die Coronavirus-Epidemie massiv verlangsamen kann. Die Anzahl der Neuinfektionen ist stark gesunken und hat sich in den vergangenen Tagen bei etwa 100 eingependelt. Die aktiven Infektionen sind sogar rückläufig, da mehr genesene Patienten aus den Krankenhäusern entlassen werden als Neuinfektionen gemeldet werden. Die Erfolge im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus haben weltweites Interesse geweckt, zumal die Situation vor wenigen Wochen noch ganz anders aussah. Da lag Südkorea nach China auf Platz 2 der am stärksten vom Coronavirus betroffenen Länder. Die Anzahl der Fälle war innerhalb kurzer Zeit auf mehr als 6.000 hochgeschnellt, nachdem es in einer christlichen Sekte in der Millionenstadt Daegu zu einer Masseninfektion gekommen war. Heute liegt Korea mit 9.241 Infektionen weltweit nur noch auf Platz 10 und es scheint, dass das Land die Epidemie weitgehend in den Griff bekommen hat – vorerst zumindest.

Südkoreas Erfolge sind noch aus zwei weiteren Gründen beachtenswert. Zum einen ist es Südkorea gelungen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, ohne auf besonders drastische Maßnahmen wie die Abriegelung von Städten oder Ausgangssperren zurückzugreifen. Zum anderen muss sich die südkoreanische Regierung – anders als etwa die Volksrepublik China – bei der Krisenbewältigung an demokratische Standards und Verfahren halten. Das Argument, dass autoritäre Systeme wie China besser in der Lage seien, auf derartige Krisen zu reagieren, führt daher in die Irre. Südkorea beweist, dass auch Demokratien schnell, entschlossen und effektiv handeln können. Wie hat Südkorea das geschafft? Folgende Erfolgsfaktoren haben sich als entscheidend erwiesen:

Erfolgsfaktor 1:  Testen & Tracing

Schnelle, massenhafte Tests haben im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus eine Schlüsselrolle gespielt. Dadurch ist es gelungen, Infektionsherde zu identifizieren und einzudämmen. Südkorea hatte bereits in einem sehr frühen Stadium in großem Maßstab mit Virentests begonnen und als erstes Land sogenannte „drive-through-Teststationen“ eingeführt, in denen man sich testen lassen kann, ohne aus dem Auto auszusteigen. Die neueste Erfindung sind „walk-through-Teststationen“, etwa telefonzellengroße Kabinen, in denen Test durchgeführt werden können, ohne dass es zu einem direkten Kontakt zwischen Ärzt und Patient  kommt.

In keinem Land werden pro Einwohner so viele Tests durchgeführt wie in Südkorea. Das Land verfügt über sehr hohe Diagnosekapazitäten, so dass nicht nur Erkrankte, sondern auch Verdachtsfälle und symptomfreie Personen getestet werden können. Außerdem wird an Orten, die besonders sensitiv sind, vorsorglich getestet, z.B. in Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Eine ebenso wichtige Rolle spielt das sogenannte Tracing, also die Rekonstruktion der Kontakt- und Infektionsketten. Südkoreas Strategie zielt darauf ab, die Verbreitung des Virus möglichst schon im Keim zu ersticken. Dies ist nur durch eine akribische Aufarbeitung der einzelnen Infektionsfälle und eine intensive Nachverfolgung der Infektionsketten möglich.

Erfolgsfaktor 2: Schnelle Versorgung der Bevölkerung mit Informationen

Südkorea setzt bei der Eindämmung des Virus auf moderne IT, um die Bevölkerung möglichst schnell mit Informationen zu versorgen. Dabei kommt der Regierung die Technikaffinität der Koreaner und die moderne IT-Infrastruktur des Landes zugute. Über das Mobiltelefon werden Bürger per SMS vor neuen Infektionsfällen in ihrer Umgebung gewarnt. Darüber hinaus wurden verschiedene Smartphone-Apps entwickelt, die darüber informieren, welche Orte zu welchem Zeitpunkt von infizierten Personen aufgesucht worden sind. Dadurch können die Menschen einschätzen, ob sie möglicherweise mit einer infizierten Person in Kontakt gekommen sind und sich ggf. testen lassen.

Um diese Informationen bereit zu stellen, sammelt die Regierung in großem Umfang Daten, z.B. von Überwachungskameras, Mobiltelefonen und Kreditkartenzahlungen, und wertet diese aus, um damit detaillierte Bewegungsprofile von infizierten Personen zu erstellen. Die Daten werden zwar weitgehend anonymisiert, durch die Angabe der genauen Zeitangaben und Aufenthaltsorte lassen sich aber teilweise dennoch Rückschlüsse auf einzelne Personen ziehen. Beispielsweise lässt sich nachvollziehen, welchen Bus eine infizierte Person genommen hat und welches Restaurant sie zu welcher Tageszeit besucht hat. Kritiker halten dieses Vorgehen aus Datenschutzgründen für bedenklich, in der Bevölkerung trifft es jedoch weitgehend auf Zustimmung. Um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren, sind die Koreaner offensichtlich bereit, die damit verbundenen Eingriffe in den Datenschutz hinzunehmen.

Erfolgsfaktor 3: Beteiligung der Bürger an Präventionsmaßnahmen

Eine starke Orientierung am Gemeinwohl und die aktive Mitarbeit der Bevölkerung bei Präventionsmaßnahmen sind ebenfalls wichtig. Die meisten Menschen treffen von sich aus Präventionsmaßnahmen, viele tragen im öffentlichen Raum Atemschutzmasken. In vielen Unternehmen und Behörden werden täglich Fiebermessungen der Mitarbeiter vorgenommen, um erkrankte Personen zu identifizieren. Zudem stehen überall Desinfektionsmittel bereit, in Geschäften, Büros, Bussen und sogar in Fahrstühlen. Trotz alledem musste die Regierung Maßnahmen ergreifen, die das Alltagsleben der Koreaner erheblich einschränken. Schulen und Universitäten sind nach wie vor geschlossen, größere Veranstaltungen verboten. Noch drastischere Zwangsmaßnahmen konnten bisher jedoch vermieden werden. Noch wurden in Südkorea keine Städte abgeriegelt oder generelle Ausgangssperren verhängt. Behörden, Geschäfte, Restaurants und Cafés sind weiterhin geöffnet.

Was können andere Länder von Südkorea lernen?

Die Erfolge, die Südkorea bei der Eindämmung des Coronavirus erzielt hat, haben weltweit Interesse geweckt. Frühzeitiges, entschlossenes Handeln, umfangreiche Tests, die Nachverfolgung der Infektionsketten, der Einsatz moderner IT verbunden mit einer starken Gemeinwohlorientierung der Bürger haben sich als effektiv erwiesen. Die Übertragbarkeit des südkoreanischen Ansatzes auf andere Länder hat jedoch Grenzen. Große Testkapazitäten lassen sich nicht von heute auf morgen aufbauen. In Südkorea waren diese bereits vorhanden, weil man aus früheren Erfahrungen mit der Ausbreitung von Infektionskrankheiten (SARS im Jahr 2003 und MERS im Jahr 2015) gelernt hatte und dieses Mal besser vorbereitet war.

Auch das Problembewusstsein in der Bevölkerung und die Bereitschaft, sich an Präventionsmaßnahmen aktiv zu beteiligen, ist aufgrund dieser Erfahrungen stärker ausgeprägt als in anderen Ländern. Die starke Gemeinwohlorientierung ist zudem auch kulturell bedingt. Atemschutzmasken wurden in Südkorea wegen der hohen Feinstaubbelastung auch schon vor Ausbruch des Coronavirus von vielen Menschen getragen. Täglich werden Millionen von Masken für den heimischen Markt produziert, so dass das Land in weitaus geringerem Maße von Importen abhängig ist als andere Länder. Derartige Produktionskapazitäten lassen sich andernorts jedoch nicht kurzfristig aufbauen. Und auch die akribische Rekonstruktion der Infektionsketten wird in vielen Ländern nicht möglich sein. Zum einen ist dies mit einem sehr hohen Personalaufwand verbunden, zum anderen ist die Anzahl der infizierten Personen in manchen Ländern bereits so hoch, dass die einzelnen Infektionsketten nicht mehr nachvollzogen werden können. Schließlich dürften auch beim Sammeln und Auswerten von Daten in anderen Ländern weitaus größere datenschutzrechtliche Bedenken bestehen als in Südkorea.

Wie geht es weiter?

Auch in Südkorea ist keineswegs ausgemacht, dass der derzeitige Ansatz weiterhin erfolgreich sein wird. Immer wieder entstehen neue, kleinere Infektionsherde, die verdeutlichen, dass der Ausbruch noch nicht gestoppt ist. Darüber hinaus bleibt abzuwarten, ob die hohe Disziplin der Koreaner langfristig aufrechterhalten werden kann. Am vergangenen Sonntag, einem der ersten wärmeren Frühlingstage, waren Restaurants und Cafés in Seoul erstaunlich gut besucht. Die Regierung ist besorgt, dass es zu einer neuen Infektionswelle kommen könnte, falls die Menschen nachlässig werden. Sie hat daher ihre „Kampagne für soziale Distanz“ in den vergangenen Tagen verschärft. Religiösen Einrichtungen, Sportstudios, Computerspiel-Cafés, Abendschulen und Nachtclubs wurde empfohlen zu schließen. Der Weiterbetrieb ist nur gestattet, wenn sehr strenge Hygiene- und Vorsorgemaßnahmen getroffen werden.

Diese Entwicklungen verdeutlichen, wie schwierig ein schrittweiser Wiedereinstieg ins normale gesellschaftliche Leben sein wird. Wie können Einschränkungen gelockert werden, ohne einen neuen sprunghaften Anstieg von Infektionsfällen zu riskieren? Die größte Herausforderung besteht diesbezüglich in der geplanten Wiedereröffnung der Schulen, die derzeit für den 6.April vorgesehen ist. Der öffentliche Druck, die Schulen wieder zu öffnen, ist in den vergangenen Wochen stark gestiegen, da Eltern zunehmend ungeduldig werden. Die Regierung zögert jedoch noch. Sie befürchtet einen Wiederanstieg der Infektionen, da gerade Schulen als mögliche Infektionsherde gelten. Vorbereitungen für eine mögliche Wiederaufnahme des Schulbetriebes laufen allerdings bereits. Millionen von Atemschutzmasken sollen für die Schüler bereitgestellt werden. Es wird nicht einfach sein, die richtige Balance zwischen fortbestehenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens und einer schrittweisen Rückkehr zur Normalität zu finden. Aber die Chancen stehen gut, dass Südkorea auch dies gelingen wird.

Globaler Kampf gegen die Pandemie

Singapur gegen Corona: testen, testen, testen

Testen, testen, testen

Eine jüngst veröffentliche Studie des Imperial College in London fasst den Hauptunterschied in den Ansätzen wie folgt zusammen: Während Europa sich auf Minderung (Mitigation) konzentriert, ist der Ansatz in Asien Unterdrückung (Suppression) – definiert als das konsequente Testen von so vielen Fällen wie möglich, auch Personen ohne Symptome und jenseits der Risikogruppen. Die wichtigste Formel der Rezepte in jenen asiatischen Ländern, die im Umgang mit Covid-19 erfolgreich sind, heißt: Testen, testen, testen!

Singapur hat aus der SARS-Krise 2003 und dem Ausbruch von H1N1 2009 viel gelernt. Trotz nachweislicher Erfolge und breitem internationalen Lob bleibt aber auch für Singapur der Ausgang der Coronakrise ungewiss.


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glG. Sabine

Veröffentlicht 28. März 2020 von sabnsn in Deutschland, Politik, Wissenschaft / Politik

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Corona – Ein Experiment mit der gesamten Weltbevölkerung . . .   1 comment

eingestellt von Babette


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„Wir sind im Pandemie-Marathon bei Kilometer 2 von 42“: Eine „Durchseuchung“ der Bevölkerung wird laut Experten 2020 noch nicht erreicht. Das Zurückfahren des weltweiten Lockdowns ist für alle Beteiligten Neuland. Jeder Fehler hat immense Folgen.

Experten hatten davor gewarnt. Seit Jahren immer wieder. Nun ist er da, der nächste weltumspannende Seuchenerreger. Und das mit solcher Macht, dass viele Staatschefs von einem „Krieg“ sprechen. Seit etwa drei Monaten breitet sich das neuartige Coronavirus aus – und noch stehen wir am Anfang der Pandemie. „Wir sind im Pandemie-Marathon bei Kilometer 2 von 42“, sagt der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg. „China ist etwa bei Kilometer 10.“

Der Anfang:

Anfang Dezember, vielleicht schon im November treten in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan erste Fälle einer bis dahin unbekannten Lungenerkrankung auf. Die Betroffenen hielten sich zuvor auf einem Tiermarkt auf, der seitdem als Ursprung des neuartigen Coronavirus gilt. Erst am 31. Dezember werden die Fälle aus China offiziell an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet.

Am 9. Januar meldet China: Die Lungenkrankheit geht auf ein neuartiges Coronavirus zurück. Am selben Tag stirbt ein 61-Jähriger, der mit dem Virus infiziert ist – das erste offiziell erfasste Todesopfer der Pandemie. Der neue Erreger gehöre derselben Virusart an wie das Sars-Virus, es sei nur eine andere Variante, sagt der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité Mitte Januar – damals kennen nur wenige Menschen den Mann, der rasch zur dominierenden Expertenstimme in Deutschland wird.

Dass ein winziger Partikel menschliche Gesellschaften auszuhebeln vermag, können viele noch immer kaum fassen. „Seuchen sind historisch der Normalzustand“, betont hingegen Karl-Heinz Leven vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Erlangen-Nürnberg.

Von regionalen Epidemien zur Pandemie:

Mitte Januar wird das Virus erstmals außerhalb Chinas nachgewiesen – bei einer Frau in Thailand, die Wuhan besucht hatte. In Japan infizieren sich Hunderte Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“. In Südkorea wird die Sekte Shincheonji-Kirche Jesu zu einem Haupttreiber des Ausbruchs.

Europa erreicht das Virus Ende Januar: In Frankreich werden erste Fälle erfasst, in Deutschland eine Infektion bei einem 33-Jährigen in Bayern. Wahrscheinlich gibt es da schon viele unentdeckte Infektionen – etwa in Italien, wo Ende Februar ein immenser Ausbruch seinen Lauf nimmt. Auch Spanien ist eines der sehr stark betroffenen Länder. Mitte März stuft die WHO den Ausbruch als Pandemie ein.

Die Strategie:

Kaum jemand hätte das Arsenal an Maßnahmen für möglich gehalten, mit denen Staaten gegen die Ausbreitung des Virus vorgehen: Geschäfte, Restaurants, Museen, Schulen, Kitas schließen.

Ganze Belegschaften wechseln ins Homeoffice, Produktionsketten kommen zum Erliegen. Sportveranstaltungen – selbst die Olympischen Spiele – sind abgesagt. Grenzen werden dicht gemacht, Sperrzonen eingerichtet, Versammlungsverbote sowie Ausgangsbeschränkungen erlassen. Über 1,5 Milliarden Menschen weltweit dürfen derzeit ihr Heim kaum verlassen.

Gegenwärtig gelte die Strategie „Hammer und Tanz“ in Fachkreisen als effektivste, sagt Alena Buyx vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der TU München. Am Anfang stünden drastische Maßnahmen, um den Anstieg zu verlangsamen. Anschließend folge der sogenannte Tanz – eine Phase, in der man schrittweise zu normaleren Verhaltensweisen zurückkehre.

Der Effekt von Maßnahmen werde jeweils nach 10 bis 14 Tagen bei den Fallzahlen sichtbar, erläutert Schmidt-Chanasit. „Man wird als erstes die Stellschrauben lockern, die entscheidend für die Versorgungssicherheit sind.“ Dazu zähle die Öffnung von Schulen und Kitas. „Ganz ganz zum Schluss kommen der Fußball und andere Spaßveranstaltungen.“

Das Zurückfahren des weltweiten Lockdowns könnte sich über lange Zeit erstrecken. „Solange nicht ein großer Teil der Bevölkerung immun ist, kann sich das Virus ja nach wie vor ausbreiten“, sagt Mirjam Kretzschmar von der Universitätsmedizin Utrecht.

„Sobald die Maßnahmen gelockert sind, geht die Reproduktionszahl wieder auf den ursprünglichen Wert zurück und die Ausbreitung verläuft wie vor den Maßnahmen. Das ändert sich erst, wenn ein substanzieller Teil der Bevölkerung immun geworden ist.“

Die kommenden Wochen:

Die für ein natürliches Abflauen nötige sogenannte „Durchseuchung“ von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung werde nicht in diesem Jahr erreicht, sagt Schmidt-Chanasit. Umso wichtiger ist, die medizinische Infrastruktur rasch auszubauen – etwa mit mehr Intensivbetten und Beatmungsgeräten.

Denn die Strategie „Hammer und Tanz“ mag vor einer Überlastung der Gesundheitssysteme schützen, sie hat aber auf Dauer auch immense soziale und ökonomische Folgen. Obwohl scharfe Maßnahmen wie Ausgangsverbote in vielen Ländern erst seit Tagen gelten, mehren sich kritische Stimmen.

„Die Rettung von Menschenleben geschieht zu einem hohen wirtschaftlichen Preis“, sagt Philipp Osten vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin am Hamburger Universitätsklinikum UKE. Die Corona-Krise könnte Deutschland nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts mehr als eine halbe Billion Euro und mehr als eine Million Jobs kosten. „Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist“, so Ifo-Präsident Clemens Fuest kürzlich.

Das wiederum könne die Zahl der Todesfälle im Zuge von Depressionen, Verarmung, sozialen Verwerfungen, häuslicher Gewalt oder auch Herzinfarkten steigen lassen, fürchten Experten.

Auch die derzeit aufgeschobenen OPs sind ein Faktor. „Die Maßnahmen gegen Corona dürfen nicht mehr Menschenleben kosten als Corona selbst“, so Schmidt-Chanasit. „Da ist ein vernünftiges Augenmaß wichtig.“

Wann übersteigen die Schäden durch den Stillstand den Nutzen der Maßnahmen? Wie viele gerettete Leben wiegen wie viel Wohlstand und soziale Sicherheit auf? Ethisch eine unglaublich schwierige Frage. Wenn auch nicht für alle.

Lieber die Wirtschaft retten als den Opa – so deutlich wie bisher wohl kein anderer Politiker bringt der Vizegouverneur von Texas, Dan Patrick, diese Forderung zum Ausdruck. Er sei bereit, sein Leben zu riskieren, um die USA vor einem wirtschaftlichen Zusammenbruch zu bewahren, sagte der 69-jährige Republikaner dem Sender Fox News. Auch US-Präsident Donald Trump meint, dass die Folgen von Schutzmaßnahmen verheerender ausfielen als die der Pandemie. „Man wird mehr Menschen verlieren, indem man das Land in eine massive Rezession oder Depression stürzt“, argumentiert er. „Mehr Menschen werden sterben.“

Die Welt danach:

Droht nun eine verheerende Rezession? Dass weltweit in so immensem Umfang alles heruntergefahren werde im Kampf gegen eine Seuche, sei ein historisch neuer Ansatz und daher kaum über Vergleiche zu bewerten, sagt Leven. Es gebe aber sicher die Gefahr, dass man es mit Folgen wie Massenarbeitslosigkeit und politischem Aufruhr zu tun bekomme. „Derzeit zu sehende erfreuliche Formen der Solidarität werden nicht die Regel sein“, glaubt Leven. „Wir werden noch so einige Überraschungen erleben, und überwiegend negative.“
Seuchenzeiten, so der Medizinhistoriker, seien immer auch ein Test des politischen Systems gewesen, hinsichtlich seiner Glaubwürdigkeit und des Vertrauens der Bürger in seine Handlungsfähigkeit. Historiker seien gespaltener Ansicht, ob sich die Pandemie stabilisierend oder destabilisierend auf die politische Ordnung auswirke, sagt auch der UKE-Experte Osten.
Große Unterschiede seien zwischen reichen und armen Ländern zu erwarten, so Osten. „Die Krankheit trifft hier bei uns auf eine Gesellschaft, die wunderbar versorgt ist.“ Das gelte sowohl für Beatmungsgeräte und die Gesundheitsversorgung insgesamt als auch die Sozialfürsorge. In armen Ländern führe Jobverlust zumeist direkt in Existenznöte. Jede Pestepidemie habe einst automatisch eine hungernde Bevölkerung bedeutet, so Leven. Das drohe nun in ärmeren Ländern.
Sicher vorhersagen lässt sich keine Entwicklung. „Eine Pandemie beurteilen, in der man noch mittendrin steckt, das kann man nicht“, betont Osten. Leven sagt: „Das Ganze ist ein Experiment, in das die gesamte Weltbevölkerung einbezogen ist. Alles ist möglich.“


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Ab sofort sind die Vereinigten Staaten das Land mit den meisten Menschen, die vom Coronavirus infiziert sind. 85.500 hat die Johns Hopkins Universität gezählt, mehr als in China oder Italien, den bisher am stärksten betroffenen Staaten. Gut 1000 Menschen sind inzwischen an der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Das sind weitaus weniger als in Italien, China oder Spanien. Die Zahlen waren in den vergangenen Tagen dramatisch gestiegen, zum einen weil nun mehr getestet wird, und zum anderen, weil die Epidemie erst später begonnen hat.

Die Betroffenen verteilen sich sehr unterschiedlich über das Land. Größter Hotspot mit 38.000 Infizierten ist New York, andere Bundesstaaten haben nur wenige Hundert. Deshalb kündigte Präsident Trump an, dass die einzelnen Regionen in unterschiedliche Risikoklassen eingeteilt würden. Dann könnte Landkreis für Landkreis entschieden werden, ob man Quarantäne verstärkt oder Einschränkungen lockert.

Die University of Washington hält derweil einer Studie zufolge in den kommenden vier Monaten mehr als 81.000 Virus-Tote in den USA für möglich. Manche Schätzungen gingen sogar von der doppelten Zahl aus, andere dagegen von 38.000 Todesopfern, sagt Studienleiter Christopher Murray. Die große Abweichung begründet er damit, dass die unterschiedlich schnelle Ausbreitung des Virus in verschiedenen Regionen den Forschern Rätsel aufgebe.

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lG Babette

Veröffentlicht 27. März 2020 von sabnsn in Deutschland, Politik, Wissenschaft / Politik

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Eine Schlussfolgerung die bisher nicht genannt wurde.   Leave a comment

Italien und Spanien, sind das Einfallstor für Migranten in Europa . . .
wohin Schlepper (NGOs) die Flüchtlinge verbringen . . .
Von wo die Flüchtlinge Europa vereinnahmen und die einheimische Bevölkerung ausrotten.

Die gleiche Schlussfolgerung lässt sich auch auf Deutschland anwenden. Je größer der Migrationsanteil in einem Bundesland, umso größer die Veseuchung mit Corona.

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Veröffentlicht 25. März 2020 von sabnsn in Deutschland, Politik

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. . . Die Welt vor und nach „Corona“   Leave a comment


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Es heißt, es ist die größte Katastrophe, welche unser Land und die ganze Welt seit dem 2. Weltkriegs heimsucht. Und jetzt hat es also auch uns erwischt, diese bevorzugte Generation der „Baby-Boomer“ und deren Nachfahren.
70 Jahre ohne Krieg, ohne existenzbedrohende Wirtschaftskrisen a la 1929, ohne lebensbedrohende Seuchenszenarien wie die spanische Grippe 1919 oder die Pest im Mittelalter. Ungarkrise 1956, Kubakrise 1962, Ölkrise 1973, diverse Börsen- oder Finanzkrisen von 1987 bis 2008 oder 2010, 9/11 haben wir bewusst erlebt. Aber alles scheint wohl ein echter „Fliegenschiss“ gegen das, was wir gegenwärtig erleben müssen. Keines der genannten Ereignisse ist derart tief ins öffentliche und unser privates Leben eingetreten, wie die sog. Coronakrise.

Gegenwart:

Wir können den Horrormeldungen in den Medien jeglicher Gattung nicht mehr entgehen oder uns entziehen.

* Die Angst vor einem unheimlichen Eiweißkonglomerat – genannt Virus – wird Tag für Tag mehr befeuert.* Jeder, der nur marginal mit Medizin, Epidemiologie und Seuchenhygiene zu tun hat, ist bemüßigt, seine eigentlich unmaßgebliche Meinung zum Thema beizutragen: Mathematiker, Soziologen, Philosophen, „wissenschaftliche Marxisten“ und trägt zu weiterer Verwirrung bei.

* Qualitäts-Blättchen berichten reißerisch von schrecklichen Todeskämpfen in überfüllten Krankenhäusern, zeigen Bilder von Kolonnen von Militärfahrzeugen, mit denen die Särge der an Corona Verstorbenen abtransportiert werden.

*Berichte von total überforderten Ärzten und Pflegern.

* Intensiveinheiten und Beatmungsgeräte, Schutzanzüge oder Atemmasken fehlen allerorten.

* Kollaps der angeblich weltbesten Gesundheitssysteme.

* Menschen, die von ihrer Arbeit unmittelbar leben – nicht aber wohl die im Öffentlichen Dienst alimentierten Aktenschieber und Amtsknechte, Volksbeschwafler und Fälscher z.B. an den Universitäten – geraten über Nacht in massive finanzielle und berufliche Existenzängste.

* Die Leute ernähren sich eingesperrt in ihren Wohnungen möglicherweise bald nur noch aus Konserven.

* Personen werden immer mehr von all ihren Beziehungen abgeschnitten und geraten in soziale Isolation.

* Körperliche Berührungen jeglicher Art werden untersagt.

* Das Gehen an die frische Luft und in die Sonne wird möglicherweise auch bald unterbunden, und draußen wartet vielleicht die Polizei oder wie in Frankreich das Militär, wenn du den Anweisungen nicht Folge leistest.

* Dazu das Voneinander-Dividieren von Jung und Alt.

* Millionen geraten durch die sich immer mehr radikalisierenden staatlichen Verordnungen in einen Zustand der Ohnmacht und Hilflosigkeit.

* Menschen gelangen in eine Art Trauma-Situation, der nur gereifte, lebensstarke Personen noch ohne Fremdhilfe entkommen können.

Der ferne Spiegel

Als mir das alles durch den Kopf ging, erinnerte ich mich an eine für mich sehr wichtige Lektüre, an eines meiner Lieblingsbücher: „Der ferne Spiegel“ von Barbara Tuchman*. In ihrer historischen Betrachtung verknüpft sie die Ereignisse des so ausnehmend katastrophalen 14. Jahrhunderts mit der Lebensgeschichte eines französischen Adligen. Sie berichtet von den merkwürdigen Auswüchsen, welche diese Zeit hervorgebracht hat und welche durch die Katastrophen tief gesunkene, kollektive Moral der Gesellschaft des 14. Jahrhunderts zu erklären ist. So zogen erneut hysterische Bewegungen durch die Städte; ähnlich den Flagellanten und den Kinderkreuzzügen, die schon im 13. Jahrhundert in ganz Europa apokalyptische Stimmung verbreitet hatten.
Sie schreibt auch: „Zum großen Unglück dieses Jahrhunderts trug kein einzelner Faktor mehr bei als das ständige Missverhältnis zwischen dem Anwachsen des Staates und den Mitteln zu seiner Finanzierung.“

Ohne noch eine wirkliche Katastrophe erlebt zu haben, konnte man in den angeblich fortschrittlichsten, aktuellen Jahrhunderten schon Ähnliches beobachten: die Züge der Klima-hysterischen Jugend an den von ihnen ausgerufenen „Fridays for Future“.
Auch wir konnten wie im 14. Jahrhundert Gruppen beobachten, die einer Art Tanz- und Vergnügungswahn verfallen sind und u.a. bei sog. „Love Parades“ durch die Straßen ziehen. Wenngleich die Teilnehmer heute nicht davon überzeugt sind – wie damals – von Dämonen besessen zu sein, tanzen sie doch berauscht durch Alkohol, Ekstasie und dröhnende Musik offensichtlich gegen neue, eigene Dämonen an.
Dämonen, die aus einer geistigen Verwahrlosung bei bisher noch so nie erlebtem, höchstmöglichem Wohlstand geboren wurden.

»Spontane Symptome einer verstörten Zeit«, nennt Tuchman solche Phänomene, die auf die »wachsende Macht des Irrationalen« hindeuteten.

Die Ereignisse im 14. Jahrhundert mit drei verheerenden Pest-Epidemien, welche die Bevölkerung der damals bekannten Welt um fast zwei Drittel reduziert hatte, werden gewiss nicht so richtig vergleichbar sein mit dem, was uns möglicherweise noch blüht.

»Die Geschichte wiederholt sich nicht«, sagte Voltaire, »aber immer tut es der Mensch.« Für Thukydides war, wie wir wissen, dieses Prinzip die Grundlage seiner historischen Arbeiten.
Schon zu Anfang des letzten Jahrhunderts hat ein anderer Historiker sich diesen »phänomenalen Parallelen« zugewandt, schreibt Tuchman:

„In den Nachwehen des Schwarzen Todes und dann des Ersten Weltkrieges findet man die gleichen Mißlichkeiten: wirtschaftliches Chaos, soziale Unruhe, steigende Preise, Profitsucht, Niedergang der Moral, geringe Produktivität, industrielle Trägheit, frenetischer Vergnügungswahn, Verschwendungssucht, Luxus, Ausschweifung, soziale und religiöse Hysterie, Habgier, Geiz und Mißwirtschaft.“

Das haben wir in Teilen schon erlebt, hat sich nicht erst mit „Corona“ gezeigt, aber wir wissen, dass wir dem noch verstärkt gewärtig sein müssen.

Die Lektüre des „Fernen Spiegels“ hat mir aber auch etwas ganz Wesentliches vermittelt: dass Hoffnung in Erfüllung gehen muss, obwohl der Mensch es „tut“ (Voltaire) , dass es weiter geht.

Der Slowenische Philosoph Slavoj Žižek hat geschrieben – für jeden Arzt und Naturwissenschaftler eigentlich schon immer eine Binsenweisheit:

Was wir zu akzeptieren haben und womit wir uns abfinden sollten, ist die Existenz einer in einer tieferen Schicht vorhandenen Lebensform – das untote, stumpfsinnig repetitive, präsexuelle Leben von Viren, die schon immer da waren und uns immer wie ein dunkler Schatten begleiten werden. Sie stellen eine Gefahr für unser Überleben dar und brechen aus, wenn wir es am wenigsten erwarten.

Auf einer allgemeineren Ebene werden wir von Virus-Epidemien an die ultimative Zufälligkeit und Bedeutungslosigkeit unseres Lebens erinnert. Welche grossartigen spirituellen Gebäude wir als Menschheit auch immer hervorbringen mögen – eine geistlose natürliche Kontingenz wie ein Virus oder ein Asteroid kann alles beenden, ganz zu schweigen von der Lektion der Ökologie, die darauf hinausläuft, dass wir, die Menschheit, auch ungewollt zu diesem Ende beitragen könnten.

Hieronymus Bosch: Apokalypse

So einer apokalyptischen Sicht, solch pessimistischen Schlußfolgerungen kann ich mich nicht anschließen.

An das Ende der Menschheit haben so manche auch im 14. Jahrhundert geglaubt. Das ist damals nicht eingetreten – wie jeder Blick in den „Fernen Spiegel“ zeigt – und wird uns ganz bestimmt auch mit „Corona“ nicht treffen.
Was zukünftige Historiker bestätigen werden.

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lG Babette

Veröffentlicht 23. März 2020 von sabnsn in Deutschland, Wissenschaft / Politik

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Das neuartige Coronavirus   7 comments

Das neuartige Coronavirus (Sars-CoV-2) macht weltweit Schlagzeilen.

Wie lange leben Coronaviren auf Oberflächen wie Türklinken oder Krankenhausnachttischen? Mit welchen Mitteln lassen sie sich wirksam abtöten? Forschende aus Greifswald und Bochum haben diejenigen Antworten, die auf gesicherten wissenschaftlichen Fakten basieren, zusammengestellt und aktuell veröffentlicht (siehe Journal of Hospital Infection, Online-Veröffentlichung am 6.2.2020).

Da es keine spezifische Therapie dagegen gibt, ist besonders die Vorbeugung gegen Ansteckungen bedeutend, um die Krankheitswelle einzudämmen. Wie alle Tröpfcheninfektionen verbreitet sich das Virus auch über Hände und Oberflächen, die häufig angefasst werden. „Im Krankenhaus können das zum Beispiel Türklinken sein, aber auch Klingeln, Nachttische, Bettgestelle und andere Gegenstände im direkten Umfeld von Patienten, die oft aus Metall oder Kunststoff sind“.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Eike Steinmann, Inhaber des Lehrstuhls für Molekulare und Medizinische Virologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB), hatte  Prof. Dr. Günter Kampf vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald für ein geplantes Fachbuch bereits umfassende Erkenntnisse aus 22 Studien über Coronaviren und deren Inaktivierung zusammengestellt. „In der aktuellen Situation schien es uns das Beste, diese gesicherten wissenschaftlichen Fakten vorab zu veröffentlichen, um alle Informationen auf einen Blick zur Verfügung zu stellen“, so Eike Steinmann.

Die ausgewerteten Arbeiten, die sich unter anderem mit den Erregern Sars- und Mers-Coronavirus befassen, ergaben zum Beispiel, dass sich die Viren bei Raumtemperatur bis zu neun Tage lang auf Oberflächen halten und infektiös bleiben können. Im Schnitt überleben sie zwischen vier und fünf Tagen. „Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit steigern ihre Lebensdauer noch“, so Kampf.

Tests mit verschiedensten Desinfektionslösungen zeigten, dass Mittel auf der Basis von Ethanol, Wasserstoffperoxid oder Natriumhypochlorit gegen die Coronaviren gut wirksam sind. Wendet man diese Wirkstoffe in entsprechender Konzentration an, so reduzieren sie die Zahl der infektiösen Coronaviren binnen einer Minute um vier sogenannte log-Stufen – also zum Beispiel von einer Million auf nur noch 100 krankmachende Partikel. Wenn Präparate auf anderer Wirkstoffbasis verwendet werden, sollte für das Produkt mindestens eine Wirksamkeit gegenüber behüllten Viren nachgewiesen sein („begrenzt viruzid“). „In der Regel genügt das, um die Gefahr einer Ansteckung deutlich zu reduzieren“, meint Günter Kampf.

Die Experten nehmen an, dass die Ergebnisse aus den Untersuchungen über andere Coronaviren auf das neuartige Virus übertragbar sind. „Es wurden unterschiedliche Coronaviren untersucht, und die Ergebnisse waren alle ähnlich“.

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glG

Veröffentlicht 19. März 2020 von sabnsn in Deutschland, Uncategorized, Wissenschaft / Politik

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Ethik   Leave a comment

eingestelt von Babette

Perverser geht es nicht

Wie krank müssen Hirne sein, die derartiges entwickeln?
Ich will von einem leibhaftigen Menschen betreut werden. Der ebenso Emotionen hat wie ich –
der über einen Witz lachen und mit mir weinen kann. Der mir etwas erklären kann – mich inspirieren und auch trösten – das macht Menschlichkeit aus.

Und das nicht nur im Pflegebereich – im gesamten Dienstleistungssektor. Ich will mit einem Menschen sprechen und nicht mit einer Maschine.

Roboter erobern Büros und Labors

Pflege, Kliniken, Kraftwerke, Labors, Kanzleien, Sekretariate und Call-Center: Es werden nicht nur Werkbänke leer geräumt, sondern auch Schreibtische und Bildschirmarbeitsplätze.

Eine in Washington vorgelegte Umfrage des Pew-Instituts unter fast 1900 Wissenschaftlern belegt: An Fließbändern und in Fabrikhallen sind Roboter lange Alltag. Jetzt, sagt die Hälfte der befragten Forscher, geht es in die Büros. Wo zum Beispiel Aufträge disponiert oder Konstruktionen entworfen werden.

Studien sind sich einig: Die Roboter marschieren

61 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland sind mit einem Computer ausgestattet. Das Mannheimer Forschungsinstitut ZEW hat errechnet, dass in Deutschland gut fünf Millionen Jobs leicht automatisierbar wären.

Auf dem jüngsten Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz wurde eine Studie vorgestellt, die in den nächsten fünf Jahren den Wegfall von fünf Millionen Arbeitsplätzen in den Industrieländern voraussagt.

Boston Consulting: Ein Viertel aller Jobs übernehmen Roboter

Die US-Unternehmensberatung Boston Consulting ist denn auch etwas vorsichtiger. Sie erwartet, dass bis 2025 ein Viertel aller Jobs von Software oder Robotern erledigt wird. Die Berater haben 21 Industrien der 25 größten Exportnationen untersucht, die für etwa 90 Prozent des globalen Handels stehen. Je nach Land würden die Arbeitskosten zwischen 18 und 33 Prozent sinken.

Roboter als Kindermädchen

Dazu passt, dass Maschinen auch vor dem Kinderzimmer nicht haltmachen: etwa als sanfte, freundliche Roboter, die die Rolle eines Kindermädchens übernehmen.

Die Folgen gehen weit darüber hinaus, was gerade als „Industrie 4.0“ – also Fabrik der Zukunft, digital vernetzte Produktion und kommunizierende Maschinen – diskutiert wird. In Deutschland läuft die Debatte über die Folgen der Automatisierung dabei noch etwas anders als in Amerika, eher technischer und an Einzelbranchen ausgerichtet.

Auch du, Wallstreet

Wer dachte, die neue Automatisierung schreite nur in Zweigen voran, deren Tätigkeit überwiegend aus Wiederholungen besteht, irrt. Es geht auch um viele anspruchsvolle Jobs. Dazu gehören zum Beispiel Aufgaben in Kanzleien. Dort kann Software Zehntausende Dokumente in einer Zeit durchsuchen, für die der Mensch ein Vielfaches braucht. Und es geht um die Finanzwirtschaft.

Geldautomaten und Self-Service-Center haben schon längst reihenweise Bankangestellte ersetzt. Dann drang die Automatisierung in die höheren Stockwerke vor. Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Finanzangestellten an der Wall Street um etwa 50.000 gefallen. Das ist rund ein Drittel.

Hochfrequenzprogramme wickeln Hunderttausende Transaktionen ab, entscheiden binnen Sekundenbruchteilen über Kaufen und Verkaufen, ohne dass ein einziger Mensch damit zu tun hätte.

Was ist der Mensch wert, wenn es keine Jobs mehr gibt?

Wird man die vielen abgeschafften Jobs durch neue ersetzen können? Unklar ist auch, wie sich sozialer Zusammenhalt und Demokratie entwickeln, wenn es zu einer digitalen Zweiteilung kommen sollte: in diejenigen mit wichtigen, steuernden, kreativen Jobs. Und die anderen. Die ohne Arbeit oder diejenigen, die vom Computer kommandiert werden.

Für eine solche Nach-Arbeitsgesellschaft hat auch Stowe Boyd, führender Forscher des Technologieanalyse-Unternehmens GigaOM, eher Fragen als Antworten: „Wozu sind Menschen nutze in einer Welt, die ihre Arbeit nicht braucht, und wo nur noch eine Minderheit dazu da sein wird, eine digitalisierte Wirtschaft zu begleiten?“

In vielen Aufsätzen und Studien wird die Zukunft recht schwarz gemalt: Der Mensch unter einer Art Knechtschaft der Roboter. Verwiesen wird zudem auf juristische Lücken. Ein Programm oder Roboter könne ja kaum für „Taten“ verantwortlich sein, wenn etwas schiefgehe. Wer dann? Der Programmierer? Der Käufer? Der Nutzer?

Das Atlantic Council, eine der Washingtoner Denkfabriken, beschäftigt sich sonst eher mit Außen- und Sicherheitspolitik. Gefragt, was man für die größte Herausforderung der nahen Zukunft halte, schreibt das Council der DPA: „Die technologische Revolution hinter dem Horizont birgt so viel Versprechen im Kampf gegen Seuchen, Klimawandel etc. Und hat so viel Potenzial, Jobs auszuradieren, die Aussichten der Mittelklasse zu verschlechtern, Ungleichheit zu verschlimmern.“

Nach der Automatisierung ist der nächste Schritt dann die künstliche Intelligenz, an der nicht nur in Kalifornien intensiv geforscht wird. Zu den größten Mahnern gehört der britische Physiker Stephen Hawking. Er empfindet künstliche Intelligenz als zutiefst bedrohlich für den Menschen. Ray Kurzweil vom US-Internetkonzern Google schätzt, dass 2029 Maschinen schlauer sein werden als Menschen. (Was als „schlau“ zu verstehen ist ??? )

An dieser Stelle ein Auszug einer Diskussion bei „MetaTagesschau“ zum Thema:
Roboter, KI – im Pflegeberich:

Nett

der Mensch ist keine Maschine, ohne Menschlichen Kontakt oder nur seltenen, werden die Alten sich nicht abspeisen lassen.
Da ist am Ende besser über sein Leben selber zu entscheiden, der Weg ist ja zumindest für den Anfang eingeleitet.
Das ist wie Gummipuppen als Frauenersatz aus meiner Sicht, und ich bin schon über 7, nein Danke.

Pflegemesse
Solche Roboter habe ich auf der letzten Pflegemesse in Hannover (die diesjährige Pflegemesse ist sistiert) gesehen. Beeindruckend, was die können. Besonders hat mir die Implementierung einer Liederbox mit altengerechter Karaoke gefallen. Aus Altenheimen, die solche Karaoke einsetzen, hört man nur Begeisterung.
Dass die Begeisterung bei den Pflegekräften eher begrenzt ist, ist wenig verwunderlich. Ist doch die Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes wie bei den Webern groß. Für mich völlig unbegründet, ein Arrangement mit den kleinen weißen Kerlchen wird sicherlich für beide Seiten vorteilhaft sein, erfordert jedoch Neues zu lernen und anders als bisher zu arbeiten.
Nicht die Robbe, aber ein anderes aktives Kuschelfell habe ich auf der letzten Hannover Messe gesehen, präsentiert von einem japanischen start up – Unternehmen auf dem japanischen Gemeinschaftsstand. Ich war beeindruckt, wie angenehm es ist, so ein Fell zu streicheln und wünsche mir dies für das noch ferne Altenteil.

Frage:
Sind sie ein Lebewesen?
Nach ihrer Ideologie schließt die „Ehe für alle“ auch Roboter mit ein.
OHNE MICH

Wir sind keine Japaner !
und dem Fachkräftemangel sollte man anders begegnen
und wenn sie schreiben Routine-Tätigkeiten. Essensausgabe,
Abräumen der Tabletts nach dem Essen.
ist das Arbeit für ne hochqualifizierte „Fachkraft“ ?
das kann jeder – und muß nicht arbeitslos zu hause versauern

Hintergrundinformationen?
Wie werden alte Menschen in den Heimen denn in anderen Ländern in der EU und Europa betreut und gepflegt?
So, wie es in anderen europäischen Ländern bessere Regelungen für die Rente gibt, Österreich, Schweiz, Holland, so gibt es bisher zumindest in Holland auch ein besseres Konzept zur Betreuung von alten Menschen.
Könnte dazu mal ein Faktenfinder gemacht werden?
Wir müssen doch nicht zu jedem Problem für viel Geld das Rad neu erfinden, wenn es schon bessere Möglichkeiten gibt, die nur kopiert u/o angepasst werden müssen.
Und auch hier könnte die EU sinnvoll tätig sein und die besten schon vorhanden Konzepte vergleichen und zusammenführen und Vorgaben für die Mitgliedsstaaten machen.
@ Tagesschau: ihr habt in jedem Land Journalisten. Warum können die dazu nicht jeweils Dokumentation machen und uns an den besseren Möglichkeiten anderer Länder teilhaben lassen?
Gerade unsere Politiker könnten so viel davon lernen.
Bitte mehr vergleichende Faktenchecks zu Lösungen für soziale Probleme.

„Ist das ein Psychofilm?……..“
Nein das ist die rosige Zukunft der „fortschrittlichen“ Gesellschaft. Ein paar seltene Erden, ein bischen Metall umrahmt von einem Plastikgehäuse, abhängig von Stromzufuhr ist die Rettung für Kranke und Alte wahrhaft weit haben wir es gebracht.

«Roboter für alte Menschen, ist das ein Psychofilm?»
Es wäre einer, würfe man alte Menschen Robotern als Spielzeug zum Vergnügen der Roboter zu Füßen. Das tut man aber nicht.
Und das plant auch niemand …
«Ein bisschen ethisches Maß oder Empfindung wäre schon gut, diese Dinger könnte man rosa oder lila anmalen und ein Smiley bitte auf die Frontstirn.»
Es gibt in der KI-Forschung den Begriff: „Uncanny Valley“.
(Unheimliches Tal / Gruselgraben / Akzeptanzlücke).
Ist auch ein Wiki-Artikel in DEU unter diesem Begriff.
Es geht um die Fragestellung, wie mit Menschen verbal kommunizierende „KI“ gestaltet sein muss, um eine möglichst hohe Akzeptanz bei möglichst vielen Menschen zu finden.
Quintessenz: Wenn „KI“ zu sehr menschen-ähnlich wird.
Im Aussehen, in den Bewegungen.
Alles vor allem in Form und Bewegung der Augen.
Dann fällt sie in das „Uncanny Valley“.
Die Akzeptanzrate fällt mit in den Keller.

Haben Sie schon mal eine Demenzkranken erlebt, versucht, sich mit ihm zu unterhalten?
Ich schon, daher meine Skepsis

„Japanisches Vorbild Vorbild?
Alle bisherigen Berichte hierzu, überwiegend aus Japan, zeigten stets entzückte Rentner*innen, die die Robbe (und „Kollegen“) als echte Bereicherung und Quell der Freude bezeichneten.
Doch jeder weiß im Grunde, dass ein künstliches Wesen niemals Emotionen haben wird und dadurch auch nur „virtuelle Emotionen“ auslösen kann.
Im Grunde sind die so provozierten Gefühle nur ein Abklatsch echter (erinnerter) Gefühle.
Ich denke, jeder Hund, jede Katze wäre tausend mal besser und angemessener als Roboter und auch wenn sie noch so echt aussähen……“

„Keine Frage, der echte Hund ist besser.
Allerdings in der Pflege eher selten realisierbar.“
Man könnte sich auch fragen, warum das nicht realisierbar ist?
Weil es tierisches und menschliches Personal und damit Geld erfordert, dass unser System ganz vorsätzlich nicht bezahlen will.
Weil Menschlichkeit kein wirtschaftlicher Wert ist. Wie krank kann eine Gesellschaft sein?
Und genau das ist doch gerade im Pflegebereich das Problem. Aber nicht nur da.
In allen Bereichen wurde gestrichen und gespart. Wie fatal das war und ist, sehen wir aktuell beim Coronavirus.
Vielleicht hilft uns KI, dass zu ändern?
Wenn wir mit natürlicher Intelligenz nicht darauf kommen.

* * *

Künstliche Intelligenz – wozu auch „autonomes Fahren“ zählt.

Noch perverser geht das nicht. Den Menschen um jeden Preis zu ersetzen.
Ich fahre Auto auch des Erlebnisses wegen. Ich kenne Menschen die sogar Automatik ablehnen das Fahrspaßes wegen.
Ich würde niemals mit einem Auto ohne Fahrer fahren, NIEMALS.

Nicht alles was möglich ist muss man machen!!!

Den Menschen kann man auch humaner töten als ihn nutzlos zu machen. Dass er sich aus Verzweiflung dann selbst umbringt.

Warum will man heute alles beseitigen was uns vertraut, lieb und teuer war.
Wer autonom fahren will kann das auf dem Rummelplatz tun!

Wenn Computer Menschen ersetzen müssen die auch Sozialabgeben zahlen um die Arbeitslosen zu finanzieren die sie in MASSEN produzieren! Wie paranoid ist unsere Regierung, ist Merkel – die künstliche Intellgenz fördern will, wissentlich, dass damit Millionen Menschen ihren Job, ihre Existenzgrundlage verlieren.

Hawking wies darauf hin, dass Künstliche Intelligenz und Roboter im Allgemeinen schon jetzt Millionen von Jobs gefährden würden. Doch das sei nicht alles — diese könnten nicht nur Jobs, sondern auch die Menschen an sich gefährden. „Künstliche Intelligenz könnte einen eigenen Willen entwickeln“, warnte er. Wenn Computer mit Computern kommunizieren und sich gegen den Menschen verbünden . . .

…zu neuen Fahrzeugen und die dynamischen jungen oder auch etwas gereifteren Personen, die in ihren turbogetriebenen Boliden steigen und mit “Schmackes“ und Freude ihre Runde drehen, kann ich mir schlechterdings kaum vorstellen, dass sich diese Leute, denen das selbstbestimmte Autofahren so am Herzen liegt, eines guten Tages dösend hinterm selbstdrehenden Lenkrad ihres “AUTO“-Mobils sitzen und sich durch die Gegend kutschieren lassen.

Aber ich habe mir ja auch nicht vorstellen können, dass der zweifellos intelligente Mensch seine eigene Lebensgrundlage ruinieren könnte…

Mit dem Geld sollte man was Sinnvolles anfangen:
Wüsten bewässern, in Bildung investieren, Armut bekämpfen . . .
Das Leben der Menschen allgemein verbessern. Statt Menschen überflüssig zu machen.

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lG Babette

Veröffentlicht 10. März 2020 von sabnsn in Deutschland, Politik, Wissenschaft / Politik

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